Team Autenrieth gewinnen den Titel des Academy Siegers 2011

Von Reimar Papenfuß - Zuletzt aktualisiert: Montag, November 7, 2011

Im zweiten Jahr seines Bestehens hat die IMMAC Sailing-Academy eine Saison erlebt, wie sie sportlich kaum besser hätte verlaufen können. In den vergangenen Monaten sammelten die fünf Nachwuchs-Teams aus den Klassen 29er und 470er Erfolg auf Erfolg und bescherten der Segel-Initiative als Höhepunkte einen deutschen Jugendtitel, eine Vize-Europameisterschaft und einen WM-Titel im Juniorenbereich.

Allerdings mussten zwei Mannschaften auch erleben, dass eine Segler-Ehe nicht immer von Dauer ist. So setzten sich am Ende in der internen Bewertung der Teams, die sich aus fünf Faktoren zusammen setzt, die 470er-Akteure Julian und Philipp Autenrieth (Augsburg) durch, obwohl sie 2011 zur Bilanz der IMMAC Sailing-Academy keinen Titel beisteuern konnten. Sie wurden mit der Aufnahme in das IMMAC Sailing-Team und einem Preisgeld von 7500 Euro belohnt. An die anderen vier Teams wurden auf der Hanseboot Schecks in Höhe von 1250 bis 5000 Euro überreicht.
Ziel der IMMAC Sailing-Academy ist es nicht nur, die geförderten Nachwuchs-Teams sportlich voran zu bringen, sondern sie auch in der Sozialkompetenz und im Umgang mit dem öffentlichen Umfeld zu schulen. Dafür wurden den Seglern in den vergangenen Monaten Workshops angeboten, die vom Besuch der Segelmacherei Elvström in Dänemark über die Erstellung einer Website und das Arbeiten mit der Presse bis hin zum Teamsegeln auf Yachten reichte. Die aktive Mitarbeit bei diesen Workshops, die Pressearbeit im Laufe der Saison, die Teamfähigkeit, aber auch die aktuellen Ergebnisse und die Perspektiven für die Zukunft gingen jeweils zu einem Fünftel in die Bewertung ein. Und die Jury, die sich zusammensetzt aus Academy-Mitinitiator Christian Soyka, Reimar Papenfuß von IMMAC, 49er-Segler Oliver Lewin und Segler-Zeitungs-Chefredakteur Hermann Hell, hat sich die Entscheidung nicht leicht gemacht, welches Team am Ende an der Spitze stehen würde. „Zwischen Platz eins und zwei haben nur Nuancen entschieden. Und die Jury hat viereinhalb Stunden intensiv diskutiert“, berichtete Reimar Papenfuß, und Oliver Lewin ergänzte: „Wir haben wirklich jeden Workshop auseinander genommen und das Feedback von den Experten eingeholt.“
Sportlich setzten die 470er-Frauen Annika Bochmann/Anika Lorenz (Kiel) mit den Medaillenerfolgen bei der Junioren-Europameisterschaft (Silber) und Junioren-WM (Gold) die sportlichen Glanzlichter. Allerdings trennte sich das Team zum Ende der Saison und musste sich somit mit Platz vier in der IMMAC-Academy-Wertung begnügen. Damit wurden sie aber ebenfalls noch mit 1250 Euro belohnt wie auch Henrik Huchel (Kiel), der sich zum Anfang der Saison von Jascha Körfer getrennt hatte und dann mit Robin Sobota einen Neuanfang im 29er startete.
Auf Platz drei (2000 Euro) landeten die Brüder Kim und Yannick Holste (Wunstorf), die im 29er das Jahr auf Platz zwölf der Rangliste abschlossen und mit dem fünften Platz bei der IDM den größten Erfolg feierten.
In der IMMAC-Abschlusswertung mussten sich Paul Kohlhoff/Carolina Werner (Kiel) nur knapp geschlagen geben. Sie hatten im 29er ihre sportlichen Ziele mit der Qualifikation zu den ISAF-Youth-Worlds und dem zweiten Platz bei der Internationalen Deutschen Jugendmeisterschaft (bestes deutsches Team) perfekt erfüllt. Zudem überzeugten die beiden durch bestes Engagement bei den Workshops und guter Präsentation ihrer Zugehörigkeit zur IMMAC-Sailing Academy. Das war der Jury 5000 Euro wert. Dass es am Ende nicht zu Platz eins gereicht hatte, lag vor allem an den guten Perspektiven, die den Brüdern Julian und Philipp Autenrieth in einer olympischen Karriere zugesprochen werden. Die beiden Augsburger, die schon zu Opti-Zeiten auf einem weltweiten Top-Niveau waren, pirschen sich kontinuierlich an die Weltspitze im olympischen 470er heran, landeten 2011 auf Platz zehn der Junioren-EM und waren als 16. der Kieler Woche das beste Junioren-Team. „Nach Platz zwei im vergangenen Jahr in der IMMAC-Wertung war dieser Erfolg unser Ziel. Dass es geklappt hat, ist eine Riesenerleichterung, und die Aufnahme in das IMMAC-Sailing-Team gibt uns Planungssicherheit für die Zukunft. Es ist schön, nun zum Team zu gehören“, sagte Bootsbauer-Azubi Philipp (21 Jahre). Er wird sich mit seinem Bruder in den kommenden Jahren neben dem Beruf voll dem Segeln verschreiben. Julian hat nach dem Abitur ein BWL-Fernstudium begonnen. „Das lässt sich mit dem Leistungssport ideal verbinden“, so der 19-Jährige.
Der IMMAC-Academy bleiben die beiden im kommenden Jahr aber auch erhalten. Denn als Hausaufgabe haben sie von der Ehrung zur Hanseboot mit auf den Weg bekommen, einen Workshop in 2012 im Süden Deutschlands auszurichten. Die Bewerbungsfrist für die IMMAC-Sailing-Academy 2012 ist jetzt gestartet und endet im Januar zur boot in Düsseldorf. Angesprochen werden Teams aus den Klassen 29er/49er und 420er/470er bis 20 Jahre. Die Bewerbungsunterlagen gibt es unter www.immac-academy.com. Je nach Qualität der Bewerbungen werden zwischen vier und sechs Mannschaften in die Akademie aufgenommen, haben die Chance ein Preisgeld zu gewinnen und werden auf jeden Fall in den Workshop intensiv für die Zukunft geschult.

(Text: Ralf Abratis)

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